Quick ’n‘ Holy: Was ist koscher? Die jüdischen Speisegesetze kurz erklärt

„Der ist mir nicht ganz koscher“ haben wir vielleicht schon des öfteren gesagt, wenn wir einem Menschen nicht vertrauen. Doch was meint das Judentum eigentlich, wenn es von „koscher“ spricht?

Das Wort „koscher“ kommt aus dem Hebräischen und bedeutet soviel wie „tauglich“, „angemessen“ oder „rein“. Der Begriff beschreibt die Lebensmittel, die ein Jude essen darf.

Biblische Ursprünge des Begriffs „koscher“

In der Spätantike entwickelten Rabbiner ein Regelwerk (Kaschrut), das bis heute festschreibt, welche Lebensmittel koscher sind und welche nicht. Dabei nahmen die jüdischen Gelehrten unmittelbar Bezug auf die hebräische Bibel (Tanach), insbesondere auf die Fünf Bücher Mose (Tora).

Während im Buch Genesis (Gen 1,29) noch Vegetarismus als die von Gott empfohlene Diät gepriesen wird, kamen im Laufe der biblischen Erzählungen eine Vielzahl verschiedener Tieren auf den Speiseplan der Menschen. Allerdings gelten gemäß Levitikus 11, nur bestimmte Tierarten als inhärent koscher.

Bei Landtieren ist jede Kreatur koscher, die sowohl widerkaut als auch geteilte Hufe hat (z.B. Rinder und Schafe) Für Meereslebewesen ist jeder Fisch, der sowohl Flossen als auch Schuppen hat, akzeptabel – also kein Hummer und keine Shrimps! Unter den Vögeln sind Aasfresser und Raubvögel ausgeschlossen. Außerdem wird in der Tora dreimal wiederholt, dass es verboten sei, eine Ziege in der eigenen Muttermilch zu kochen. Dies ist natürlich nur im übertragen Sinn gemeint und bedeutet, dass fleischige und milchige Speisen niemals zusammen gegessen werden dürfen.

Die Rabbiner im Talmud (Auslegung der Tora) entwickelten diese Prinzipien weiter. Um koschere Landtiere und Vögel zu konsumieren, ist es notwendig, sie auf eine vorgeschriebene Art und Weise zu schlachten. Diese Methode wurde gegenüber kommerziellen Tötungen als humaner beschrieben.

Koscher essen heute

Alle Fragen und Probleme zur koscheren Küche drehen sich letztlich um die oben beschriebenen Grundprinzipien der Kaschrut. Häufig wird über die Verwendung verschiedener Geschirrsets diskutiert, um eine größere Trennung zwischen Milch und Fleisch zu gewährleisten. Zudem gibt es eine Regel, die das mehrstündige Warten nach dem Essen eines Fleischgerichtes vor dem Verzehr eines Milchproduktes fordert, damit die beiden Arten von Lebensmitteln nicht einmal im Magen vermischt werden. Die oft komplizierten Formeln, bereiten selbst manchem Juden Kopfzerbrechen.

Ob nun ein fertiges Lebensmittel als koscher gilt oder nicht, hängt normalerweise damit zusammen, ob ein Rohstoff, der bei seiner Herstellung verwendet wurde, von einem nicht koscheren Tier oder gar einem Tier stammt, das koscher ist, aber nicht in der vorgeschriebenen Weise geschlachtet wurde. Die rabbinische Aufsicht über die Herstellung von Lebensmitteln gibt ein „Gütesiegel“ heraus, das den Einkauf im Supermarkt erleichtern soll.

Fun Fact: Auch populäre Produkte, wie „Haribo Goldbären“ gibt es als koschere Variante. Hierfür wurde die Rezeptur leicht verändert. Statt Schweingelatine (Schweine sind nicht koscher) kommt Fischgelantine zum Einsatz. Geschmack und Konsitenz bleiben dabei völlig unverändert.

Bücher zum Thema koscher

Was ist koscher“ von Paul Spiegel
Gar nicht koscher: Vom täglichen Schlamassel als Jude durchs Leben zu gehen“ von Beni Frankel
Der koschere Knigge: Trittsicher durch die deutsch-jüdischen Fettnäpfchen“ von Michel Wulinger
Die jüdische Küche: Eine kulinarische Reise zwischen Tradition und Moderne – mit über 160 Rezepten“ von Annabelle Schachmes

Foto: pixabay.com

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