Scott Eastwood: „Natürlich bin ich ein spiritueller Mensch“ [Interview]

Sein Vater Clint schenkte uns mürrische Archetypen mit dem Finger am Abzug. Scott Eastwood hat als Schauspieler ganz unten angefangen und trat bisher nur mit eher unbekannten Filmen und als Meeresschützer in Erscheinung. Mit „Pacific Rim 2: Uprising“ (Kinostart 22. März 2018) hat der 32-Jährige nun seine erste Hauptrolle in einem Blockbuster ergattert. Ich traf den nachdenklichen Schauspieler vor knapp zwei Jahren, als seine Kariere so langsam Auftrieb gewann. Der folgende Teil des Interviews blieb bisher unveröffentlicht.

Zu Beginn Ihrer Schauspielkarriere haben Sie einen Surferfilm nach dem anderen gedreht. Wie kam es dazu?

Ich bin an der Küste aufgewachsen, tauche seit ich ein kleines Kind bin, gehe angeln und surfen. Die Filme gehören definitiv nicht zu den Besten, man möge mir vergeben! Ich war damals noch ziemlich naiv und wollte einfach nur Surfen gehen. Die Dreharbeiten haben mich schließlich zu den schönsten Plätzen gebracht, etwa nach Südafrika und Bali. Meine Figuren waren leider nie wirklich komplex. Das muss sich ändern. Zukünftig werde ich die Finger von Surferrollen lassen, versprochen.

In „The Perfect Wave“ sind Sie als junger Wellenreiter zu sehen, der nach einer Nahtoderfahrung dank der Gebete seiner Mutter den Weg zu Gott findet.

Auf den Film bin ich nicht besonders stolz, auch wenn ich selbst eine spiritueller Mensch bin. Es steht mir jedoch nicht zu, jemanden zu sagen, was er glauben soll und was nicht. Das wäre ziemlich arrogant. Was weiß ich schon mit meinen 30 Jahren Lebenserfahrung. Was können wir als Menschen überhaupt mit absoluter Gewissheit behaupten? Jeder hat das Recht an das zu Glauben, was er für sich als richtig und wahr ansieht. „Du glaubst an das? Super! Du an etwas anderes? Auch super!“ Es sollte keine Kriege deswegen geführt werden.

Gefährliche Situation wie Ihre Figur in „The Perfect Wave“ haben Sie sogar selbst oft erlebt.

Ja, ich wäre bei Surfen schon fast ertrunken, wäre um Haarebreite von einem Bullen totgetrampelt worden, der mich abgeworfen hatte, bin aus Flugzeugen gesprungen und beinahe mit einem Helikopter abgestürzt. Ich habe trotzdem keine Angst vor dem Tod.

Haben Sie diese Erlebnisse verändert?

Ich versuche jeden Tag in vollen Zügen zu genießen und eine bessere Version von mir selbst zu sein. Ein besserer Mann, der aus seinen Fehlern lernt und sein Leben weiterlebt.

Was macht einen „guten Mann“ aus?

Dazu fällt mir spontan ein Zitat von Martin Luther-King ein: „Entscheidend ist nicht, wo ein Mann in Zeiten der Ruhe und Sicherheit steht, sondern wohin er sich in Zeiten der Herausforderung und Kämpfe stellt.“ In solchen Momenten erfahren wir, was uns wirklich ausmacht. Verhalten wir uns menschlich? Falls nicht, haben wir dann den Mumm uns zu entschuldigen, aus unseren Fehlern zu lernen und daran zu wachsen? Oder igeln wir uns ein und scheitern an unserer eigenen Arroganz? So etwas ist mir wichtiger als meine Karriere. Das Schauspiel ist nur eine Facette von mir, es macht mich aber nicht aus. Das fände ich ziemlich eindimensional.

Stört es Sie dagegen, wenn Sie nur als Sohn von Clint Eastwood wahrgenommen werden?

Das stört mich überhaupt nicht. Er ist schließlich eine Ikone und wird es immer bleiben. Menschen stecken andere Menschen eben gern in Schubladen. Ich bin sein Sohn und sehr Stolz auf ihn. Er ist mein Held. Warum sollte ich nicht offen damit umgehen? Wegen ihm bin ich Schauspieler. Er hat mich zu einem besseren Mann gemacht. Letztendlich kommt es nicht darauf an, wie dein Nachname lautet. Gib dir Mühe, dann bekommst eine Rolle oder manchmal eben auch nicht.

Was genau hat Ihnen Ihr Vater beigebracht?

Setz dich hin und halt den Mund. Hör gut zu. Arbeite hart. Trage den Kopf nie zu hoch, sei stets bescheiden. Glaube niemals den Hype um dich – und sei ein guter Mensch zu anderen.

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„Pacific Rim 2: Uprising“: Die Story

Im ersten Teil von „Pacific Rim“ trafen die außerirdischen Monster während ihres Vernichtungsfeldzugs auf die von Menschen gelenkten Jaeger-Supermaschinen, die zur ihrer Abwehr konstruiert wurden. Nun kehren die Kaiju zurück – und sind stärker als je zuvor.
 
John Boyega („Star Wars: Das Erwachen der Macht“) spielt den rebellischen, einst hoffnungsvollen Jaeger-Piloten Jake Pentecost. An seiner Seite kämpfen Rivale Lambert (Scott Eastwood) und die 15-jährige Jaeger-Hackerin Amara (Cailee Spaeny in ihrem Debüt). Schon bald bildet das Pan Pacific Defense Corps eine mächtige Abwehrtruppe – und jeder Einzelne muss erkennen, dass er nur in der heldenhaftesten Version von sich selbst zum Sieg gegen die Monster beitragen kann.
  
Foto: Universal Pictures

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