The Moment mit Pia Mester, Malmini

Mit Enough bewegen wir uns mit unseren Lesern immer wieder neugierig und kreuz und quer durch viele hochspannende Communities – von verschiedenen Ernährungsweisen über Fitnessriten bis zu gesellschaftspolitischen Bewegungen und unsere Welt (zum Guten) verändernden Start-ups. In unserer ersten Ausgabe haben wir beispielsweise verschiedene deutschsprachige Blogger, Aktivisten und Business-Gründer zu ihrem prägendsten „Change“-Moment befragt.

Und wie immer, wenn man mit Menschen spricht, die sich etliche Gedanken mehr machen als andere, fällt so viel „food for thought“ der Kürzungsschere zum Opfer. Doch dank unserer Website haben wir zum Glück die Möglichkeit, Ihnen die Antworten unserer nachdenklichen, inspirierenden Interviewpartner nach und nach in voller Länge präsentieren zu können.

Als die freie Journalistin Pia Mester eines Tages ihren Kleiderschrank öffnete und unter einem Berg von Pullovern begraben wurde, sagte sie sich: Enough! Sie stöberte im Internet, ob es noch mehr Menschen so ging wie ihr, ob auch andere ein „zu viel“ verspürten. Darüber stieß Pia auf den Begriff des „Minimalismus“ und Gleichgesinnte. Unsere begrenzte Lebenszeit nicht länger für immer mehr Konsumartikel einzutauschen, was den Druck auf die Einnahmenseite ungünstig verstärkt und zu ständigem Aufräumen führt – darin fand Pia eine neue Lebensrichtung. Was folgte war ihr Blog MalMini und mehrere Bücher (u. a. „Minimalismus: Weniger besitzen, mehr leben“) zu diesem und anderen Themen.

Was war Ihre größte persönliche Veränderung, die Sie in Ihrem Leben in den letzten 3 bis maximal 5 Jahren vorgenommen haben bzw. vornehmen mussten?
Nach meinem Volontariat bei einem Tageszeitungsverlag habe ich mich Anfang 2012 als freie Journalistin und Autorin selbstständig gemacht. Es gab zu dieser Zeit nicht viele offene Stellen für junge Redakteurinnen, weshalb mir die Entscheidung für die Selbstständigkeit nicht schwer fiel. Es war die beste Entscheidung meines Lebens. Heute kann ich mir nicht mehr vorstellen, nach den Vorgaben eines anderen und für dessen Ziele zu arbeiten. Der Anfang war nicht besonders schwierig, ich hatte noch viele Kontakte und so auch schnell viele Aufträge. Natürlich schwingt die finanzielle Unsicherheit noch immer mit, aber gegen das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit kommt sie zum Glück nicht an.

Wenn Sie für einen Tag die „Weltherrschaft“ übernehmen könnten (ganz friedlich, natürlich!), was würden Sie zuerst verändern?
Ich würde das gesamte Vermögen auf der Welt gerecht verteilen. Wie kann es sein, dass manche Menschen so reich sind, dass sie Staaten beeinflussen können, und andere nicht mal genug zum Überleben haben? Geld ist Macht, aber nur so lange, wie die einen alles haben und die anderen nichts. Das würde ich ändern. Ich glaube, danach sähe die Welt sehr viel friedlicher aus.

Welche drei Persönlichkeiten (z. B. Autoren, Aktivisten, Mitmenschen) haben Sie kürzlich besonders inspiriert bzw. wen bewundern Sie?
Laurie Penny, eine britische Feministin, Bloggerin und Autorin – für ihren Mut. Ungerechtigkeit kann man nicht oft und laut genug anprangern.

Natalie Rabengut, eine deutsche Erotik-Autorin und Selfpublisherin – für ihre Ehrlichkeit, ihren tollen Schreibstil, ihren enormen Output und dafür, dass sie sich nicht beirren lässt.

Buddha.

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