Enough Gesangbuch: Spirituelle Lieder für ein himmlisches 2019

The Mystery of Your Gift – Josh Groban (feat. Brian Byrne and the American Boy Choir)

„There’s a voice in the shadow calling for more
There’s a rhythm that beats from within
Lending your voice to the warmth of your song
There’s a strength in the choir of one“

Wenngleich es in dieser Choral-Ballade von Hollywood-Komponist Brian Byrne (u.a. „Boychoir“, aus dem das Stück stammt, „Albert Nobbs“) nicht vordergründig um Religion oder Gottes Wort geht, so beschreiben hymnische Melodie und erbauliche Lyrics doch eine zutiefst spirituelle Erfahrung: das Singen. Mehr noch, wie man in der Musik und überall (!) zur eigenen Stimme findet. Jeden Tag sehnsüchtig zu erwarten und das Unbekannte darin zu umarmen, ähnlich einem Sänger, der eine unbekannte Partitur aufschlägt, das sei zudem die perfekte Lebensweise. Mit ganzer Leidenschaft üben, dabei nie aufgeben, dann, singt Josh Groban in seinem warmen, dramatischen Bariton, lernten Töne fliegen. Und auch die eigenen Träume erhielten dringend benötigten Rückenwind. Grandios!

Glorious Day – Passion feat. Kristian Stanfill

„When I was broken
You were my healing
Now Your love is the air that I’m breathing
I have a future
My eyes are open“

Für die Passion Conference und ihre Livealben habe ich eine besondere Schwäche. Vielleicht weil sie einer anderen Vorliebe recht nah kommen, der für Arenarock à la Bon Jovi, Journey und dergleichen. Klar, die Bühnenshows sind weniger Wild, die Riffs nicht halb so aufputschend, und doch geht in den großen Hallen – wenigstens laut der Mitschnitte auf YouTube – mächtig die Post ab. Chris Tomlin, Kristy Nockels und Kristian Stanfill sind nur einige der festen Größen, die zwischen Predigten für satte Beats und von den Sitzen aufspringende Youngster im Publikum sorgen. Und da macht dieser solide track keine Ausnahme. Die Story eines persönlichen Awakenings, einem Powerboost „von oben“ in finsterer Zeit, dem Herausklettern aus dem eigenen Grab von Scham, Hoffnungslosigkeit und Depression dank göttlichem Zuspruch. „You called my name – and I ran out of that grave“. Ein Song, wie geschaffen, um sich tanzend die Restschwere von 2018, unnötigen Ballast von Leib und Seele zu schütteln.

You Say – Lauren Daigle (Look Up Child)

„I keep fighting voices in my mind that say I’m not enough
Every single lie that tells me I will never measure up
Am I more than just the sum of every high and every low?
Remind me once again just who I am, because I need to know“

Die 27-jährige aus Lafayette, Louisiana, gehört zu den absoluten Shootingstars des Genres, das moderne Glaubensbekenntnis „You Say“ schaffte es in den Billboard-Charts der christlichen Musik in die Jahres-Top-10 des ausklingenden Jahres und ist samt dem Album „Look Up Child“ gleich noch für einen Grammy nominiert. Das mag an stimmlichen und stilistischen Parallelen zu Adele liegen, am Anthem-Charakter des Stückes selbst – und sicher auch am Liedtext, dessen fragender Monolog einen tief in Daigles Gedankenwelt mitnimmt. Sanft, knarzend, aufschreiend, zerbrechlich. Pure Emotion in jeder Silbe, jedem Atemzug. Gebanntes Lauschen bis zum letzten Takt, garantiert! Ein weiterer Anspieltipp ist „Rescue“, ein raffiniert konstruierter, kraftvoller „Ich bin da für dich“-Song. Und von denen kann derzeit wohl niemand wirklich genug bekommen.

Only Jesus – Casting Crown (Only Jesus)

„All the kingdoms built, all the trophies won
Will crumble into dust when it’s said and done
‚Cause all that really matters
Did I live the truth to the ones I love?“

Mit „Who am I“ und „Voice of Truth“ haben sich die Softrocker um Mark Hall schon lange zwei Topplätze in meiner persönlichen Lobpreis-Hitparade erobert. Jetzt folgt mit „Only Jesus“ vom gleichnamigen Album ein weiterer Titel, der simpel und eindringlich daran erinnert, dass „eine leere Welt auch nur leere Träume verkaufen kann“. Bedeutung und Sinn müssen wir unserem Leben selbst geben, von innen, mit Jesus‘ Lehren als Fundament. In einer auf Insta(nt)-Ruhm fokussierten Zeit tut es richtig gut, von Hall zu hören, dass es nicht zählt, ob wir uns einen Namen machen, sondern ob wir Seinem Namen, Seinem Vorbild folgen. Damit sprechen gleichsam unsere (guten) Taten für uns und sichern posthume Dankesreden. Einfache Akustikgitarren-Sounds eröffnen den track, ehe das Schlagzeug wummernd trommelt und Hall – nach 15 Jahren als Frontmann der Erfolgsband sicher im effektvollen Worship-Lead – aus „Only Jesus“ ein kraftvolles Statement formt.

Revival – Robin Mark feat. New Irish Choir & Orchestra [Live]

„Every dreamer dreaming in her dead-end job
Every driver driving through the rush hour mob
I feel it in my spirit, feel it in my bones
You’re going to send revival, bring them all back home“

Der Nordire Robin Mark ist seit Mitte der Neunziger Jahre eine feste Größe in den Charts christlicher Musik. Sein Hit „Days of Elijah“ (unbedingt reinhören!) bleibt bis heute weltweit beliebt, das Album „Revival in Belfast“, aus dem das Lied „Revival“ stammt, hielt sich stolze fünf Jahre in Top 50 der religiösen US-Hitparaden. In dieser symphonischen Live-Version versteht man sofort warum. Wie ein Rufer in der säkularen Wüste verkündet Mark die Wiederkehr Jesu, begleitet von folkloristischen, fröhlich stimmenden Musikelementen und einem großen Chor. Ein aufwendiges Arrangement, mitreißend, herrlich old school, wie die gesamte Aufnahme. Downloaden, anspielen, laufen lassen, freuen. Amen.

Foto: Marc-Olivier Jodoin/Unsplash

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