Enough Gesangbuch: Songs für Hoffnung in düsterer Zeit

Manchmal möchte man sich morgens gleich wieder im Bett verkriechen, die Vorhänge zugezogen, Kissen und Decke über den Kopf getürmt. Kein Licht, kein Laut. Stille, Sicherheit, einfach sein. Der Auslöser? Vielleicht „nur“ schlechte News im Radio, bei denen der Appetit aufs Frühstück prompt nachlässt, vielleicht eine E-Mail, die Probleme im Job ankündigt, vielleicht das Wetter oder ein unbedachtes Wort des Partners … Kurz: Die Welt und man selbst ziehen nicht am gleichen Strang, stehen sich eher konfrontativ gegenüber.

Was tun? Durchatmen, ganz klar. Und dann vielleicht einen dieser fünf Songs anspielen, von denen jeder auf seine Art Hoffnung schöpfen lässt, Mut macht und neue Energie pulsieren lässt. Du bist, was du hörst? Dann gehören folgende tracks ganz nach oben auf die Playlist!

New Wine – Hillsong Worship („There is More“)

„In the crushing
In the pressing
You are making new wine
In the soil I now surrender
You are breaking new ground“

Nach dem Grammy-Gewinn für „What a Beautiful Name“ legten die Jungs und Mädels von Hillsong Worship mit „There is More“ ein weiteres starkes Album voller Lobpreis-Perlen vor. Mein Favorit ist diese bedächtige Nummer, gesungen und auf dem Piano begleitet von Brooke Fraser Ligertwood, die kürzlich in einem Interview sagte, „auf eine Art sind Kirchenlieder die ultimative Popmusik“. In „New Wine“ erinnert sie uns daran, dass jede Hürde, jede uns in die Knie zwingende Krise eine unseren Charakter formende, stärkende Funktion hat. Im Moment, im emotionalen Super-GAU fällt das schwer zu glauben und erscheint fast wie Hohn, doch wer auf Gott vertraut, der uns wie ein himmlischer Winzer einem wieder und wieder transformierenden Druck aussetzt, wie Trauben in der Presse, dem gelingt vielleicht ein positives, nicht bitteres Fazit. Nach durchgestandener Plackerei und Qual. Im Nachhinein, gleich wie viel später. Was wir sind, sind wir nicht trotz sondern wegen all unserer Erlebnisse. Wie Wein. Immer reifer, intensiver, besser.

Burn the Ships – For King and Country (Burn the Ships)

„We can rise up from the dust and walk away
We can dance upon our heartache, yeah
So light a match, leave the past, burn the ships
And don’t you look back“

„How did we get here?“, diese Frage stelle ich mir in letzter Zeit immer häufiger. Wenn ich nach einer Schlagzeile schon das Radio ausstellen muss, wenn ich Sätze höre, von Taten lese, Reaktionen mitbekomme, die mich irritieren, erzürnen, traurig stimmen. Wenn die Welt ihren Kompass verloren zu haben scheint. Ein Grund übrigens für unser Podcast, wo wir uns in der ersten Staffel aufmachen zu den Grundfesten menschlichen Zusammenlebens, den Zehn Geboten und ihrer heutigen Bedeutung. Als Erinnerung an ein Fundament, das zu zerbröseln droht.

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https://www.youtube.com/watch?v=pOVrOuKVBuY

Und hin und wieder fragt man sich dann, wie das alles (was immer es sei) passieren konnte und wie man das Ruder des Lebens wieder herumreißen, den Kurs in weniger wilde Gewässer umsteuern kann. Segel setzen, bereit zur Wende. Wenn das nicht reicht, davon singen die Brüder Joel und Luke Smallbone alias For King and Country in dieser Veränderungs-Hymne, dann hilft nur ein radikaler Schritt. Wie bei Lukes Ehefrau Courtney, die nur mit großer Kraftanstrengung von einer Tablettensucht freikam. Setz‘ das ganze Schiff in Brand, gewaltlos, klar, aber endgütig. Schluss mit kleinen Schritten in die richtige Richtung, dem ewigen „Ja, aber …“. Wag den Sprung über die Reling, ab ins kalte Wasser und losschwimmen zu neuen Ufern. Das klingt bei dem Duo, das zur Single ein aufwändiges Video samt in Flammen stehender Fregatte drehte, auch noch richtig cool. Nicht umsonst greifen Kritiker gern zu Vergleichen wie „Coldplay für Christen“. Haben die zwei nicht nötig, trotzdem nice.

Great Are You Lord [Live] – All Sons and Daughters

„You give life, You are love
You bring light to the darkness
You give hope, You restore
Every heart that is broken
Great are You, Lord“

Die lyrics zu diesem Song sind rasch gelernt, sie wiederholen sich alle paar Takte wieder. Das macht aber gar nichts, denn Leslie Anne Jordan an der Gitarre und David Alan Leonard am Klavier sowie beide am Mikrofon machen daraus ein launiges Folk-Stück mit reichlich Abwechslung. Das klingt ein wenig nach Mumford & Sons, was ja alles andere als ein Drama ist. Tiefer und tiefer sinken Zeilen wie „It’s Your Breath in Our Lungs“ ins Bewusstsein des Zuhörers, glaubt man „You Bring Light to the Darkness“ mehr und mehr. All Sons and Daughters harmonieren großartig bei „Great Are You Lord“, besonders in dieser Live-Version, kein Wunder, schließlich waren beide einst Teil des Worship-Teams der Journey Church in Franklin, Tennessee. Leider sind die zwei aktuell nicht mehr als Band aktiv, David konzentriert sich derzeit auf Solo-Pfade und Leslie Anne hat eine Songwriter-Community gegründet, The Fold. Uns bleiben Songs wie dieser, der ab 2:50 Min. einen fast magischen Sog entfaltet: „All the Earth Will Sing Your Praise“ …!

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https://www.youtube.com/watch?v=-LwBqG7uXbY

Because He Lives – West Coast Choir

„Because He lives I can face tomorrow
Because He lives ev’ry fear is gone
I know He holds my life
My future in His hand

Ganz um die Ecke haben die Mitglieder dieses Chores die Wellen des Pazifik eigentlich nicht die in diesem Musikvideo den optischen und akustischen Hintergrund liefern. Von ihrer Schule, dem West Coast Baptist College („Training laborers for his harvest since 1995“) in Lancaster, CA, sind es nämlich gut 120 Kilometer bis zu den Stränden von Los Angeles. Umso schöner, dass sie den Weg auf sich und diesen eingängigen Song von Chorleiter John Tyler mitgenommen haben. In den Strophen stecken Parallelen zwischen Jesus‘ Passion und unserer Rettung durch ihn: „I was dead in the grave, I was covered in sin and shame […] He rolled the stone away“. Vorgetragen mit jugendlichem Enthusiasmus, ewig gültig und wahr.

Öffne die Himmel – Urban Life Worship (feat. Lukas Dopfer)

„Berge beben, Feinde fliehen, alles Tote wird belebt
Die Gefangenen kommen frei
Jetzt hier. Jetzt hier. Jetzt hier
Öffne die Himmel, Gieße deinen Geist auf uns
Komm du uns näher
Jesus, komm erwecke uns“

Definitiv einer der besten Titel der Band der Urban Life Church aus dem Raum Ludwigsburg, der sich in Stimmduktus und Klag nahtlos einreiht in den Reigen von gefühlsbetontem Deutsch-Pop à la Wincent Weiss oder Alexander Knappe. Albumcover, Ästhetik der Videos und Dringlichkeit der Texte, das hat Niveau und macht Lust auf mehr. Möge ihre Bitte um einen Weckruf „von oben“ erhört werden, damit wir wieder zu uns, unserem grundguten Kern und Ihm finden. Amen und Musik ab!

Foto: Diana Vargas/Unsplash

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