Lisa Kristine: (K)ein Bild von Freiheit

Einzig mit Kamera und ihrem Gerechtigkeitssinn „bewaffnet“ wagt sich die US-Fotografin Lisa Kristine dorthin, wo moderne Sklaverei unseren Wohlstand sichert



Die Fotografin Lisa Kristine reist dorthin, wo Menschen einen bitteren Preis für unseren Wohlstand zahlen: Ziegelbrennereien, Minen, ausgefischte Seen. Ihre mutigen Bilder unterstreichen die Würde dieser modernen Sklaven. Dafür hat die Kalifornierin in den letzten 25 Jahren über 100 Länder auf allen Kontinenten bereist. Für ihre Arbeit, u. a. mit der Organisation Free the Slaves, wurde Kristine zudem vielfach ausgezeichnet. In dem Film „SOLD“ über junge Sexsklaven in Asien verkörpert Gillian Anderson eine Fotografin wie sie.

Als kleine Vorschau finden Sie einen Auszug aus dem Exklusiv-Interview mit Lisa Kristine, erschienen in Enough, Ausgabe 1: Change – sowie viele Links und Videos, um mehr über die Fotografin zu erfahren und ihre Arbeit zu unterstützen.

Lisa Kristine: (K)ein Bild von Freiheit

Lisa Kristine: (K)ein Bild von Freiheit

Ihr bekanntestes Projekt sind eindringliche Porträts wie dieses Bild (r.). Was bewog Sie, mit Kunst gegen Ausbeutung zu kämpfen?

„Alles begann beim World Peace Summit 2009, bei dem ich einige Bilder ausstellte. Der Dalai Lama war dort, viele Nobelpreisträger und auch Mitglieder der Organisation Free the Slaves. „Was meinen Sie eigentlich mit Sklaverei“, fragte ich sie ziemlich unbedarft. „Halten Sie sich das schlimmste Bild vor Ihr inneres Auge, das Ihnen bei dem Begriff Sklaverei einfällt. Genauso und schlimmer leben 36 Millionen Menschen weltweit. Der Preis pro Kopf liegt mit 90 US-Dollar weit unter dem Wert zur Zeit des historischen Sklavenhandels von damals 40.000 Dollar.“

Ich fühlte mich nach dieser Antwort, als hätte mich ein Zug mit Vollgas gerammt, und bekam nächtelang kein Auge zu. Wie war das möglich? Zwei Wochen später bot ich der Co-Gründerin von Free the Slaves, Peggy Callahan, in Los Angeles meine Hilfe an. Ich wollte die Kraft der Fotografie nutzen, um auf die schrecklichen Lebensumstände der modernen Sklaven hinzuweisen. In Bildern, die ihre Würde bewahren und so eine emotionale Verbindung zwischen ihnen und dem Betrachter aufbauen.“

Das ganze Interview mit Lisa Kristine sowie einige ihrer eindringlichsten Bilder lesen und sehen Sie in Ausgabe 1 von Enough.

Nützliche Links für alle, die Lisa Kristine beim Kampf gegen Sklaverei unterstützen wollen:

Lisa Kristine Website, wo ihrer Fotografien gekauft werden können
– die Dokumentation „Stand with Me“ mit Lisa Kristine
– die Hilfsorganisation Free the Slaves
– der Anti-Sklaverei-Spielfilm „Sold
– die Sklavenarbeit-Test-App Free2Work
– der Online-Test Slavery Footprint
– der aufschlussreiche Global Slavery Index
– das spannende Freedom Project von CNN
– die Seite der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V.

– der TED Talk der Fotografin:

Foto: Lisa Kristine