Aus Müll wird Geld: Wie die „Plastic Bank“ Mensch und Umwelt hilft

Die beiden Kanadier David Katz und Shaun Frankson haben ein ungewöhnliches „Bank-Konzept“ entwickelt, das gleichzeitig Umweltverschmutzung und Armut bekämpft



„Das Problem von Plastikmüll ist, dass Leute ihn als bloßen Abfall sehen. Wenn wir aber seinen Wert erkennen, wird Plastik zu kostbar, um es wegzuwerfen“, dachte David Katz aus Vancouver und machte mit seinem Kompagnon Shaun Frankson weggeworfenes Plastik zur Währung: Ende 2014 startete ihre „Plastic Bank“ in Peru. Nach der Expansion in Haiti soll sie bald dazu beitragen, dass weltweit Müll aus den Meeren gefischt und gleichzeitig Menschen in Not geholfen wird.

Die Grundidee ist simpel: Wer gesammelten Plastikmüll bei einer „Filiale“ der Plastic Bank abgibt, kann im Gegenzug Essen oder andere Güter des täglichen Lebens erhalten. Der Müll wird später zu kleinen Plastikkugeln recycelt und dient als Rohstoff für neue Verpackungen und 3-D-Drucker. Mittlerweile nutzen sogar Kosmetikfirmen (z.B. Lush) das „soziale Plastik“ für ihre Produktverpackungen. Wichtig: Die Bank will keine Almosen verteilen, sondern den Helfern Zukunftsperspektiven eröffnen. Diese sollen u. a. Mikrokredite erhalten, um sich ein Business aufzubauen, oder eine eigene Plastic-Bank-Filiale zu eröffnen. Außerdem werden sie auf Wunsch darin geschult, Produkte aus wiederverwendetem Plastik herzustellen.

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